{"id":263499,"date":"2026-02-23T12:45:25","date_gmt":"2026-02-23T11:45:25","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.oktober.de\/gruene-essen\/?p=263499"},"modified":"2026-03-02T12:36:58","modified_gmt":"2026-03-02T11:36:58","slug":"gruene-kritisieren-schliessung-des-verallia-glaswerks-in-essen-stadt-muss-beschaeftigte-jetzt-entschlossen-unterstuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stage.oktober.de\/gruene-essen\/gruene-kritisieren-schliessung-des-verallia-glaswerks-in-essen-stadt-muss-beschaeftigte-jetzt-entschlossen-unterstuetzen\/","title":{"rendered":"Schlie\u00dfung des Verallia-Glaswerks in Essen: R\u00fcckschlag f\u00fcr den industriellen Strukturwandel \u2013 jetzt Besch\u00e4ftigte absichern und Perspektiven schaffen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die geplante Stilllegung des Verallia Deutschland AG-Glaswerks in Essen-Karnap trifft die Stadt und ihre Besch\u00e4ftigten aus heiterem Himmel. Wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab, soll der traditionsreiche Standort mit rund 310 Mitarbeitenden geschlossen werden. Die Essener Gr\u00fcnen zeigen sich best\u00fcrzt \u00fcber die Entscheidung und fordern von der Stadtverwaltung sowie dem Unternehmen ein klares Bekenntnis zur sozialen Verantwortung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Schlie\u00dfung des Glaswerks kommt v\u00f6llig unvorbereitet und ist ein erheblicher Schlag \u2013 wirtschaftlich wie sozial\u201c, erkl\u00e4rt Markus Spitzer-Pachel, beratendes Ratsmitglied f\u00fcr den Stadtbezirk V. \u201e\u00dcber 300 Familien stehen vor einer ungewissen Zukunft, und ein St\u00fcck industrieller Identit\u00e4t unserer Stadt droht verloren zu gehen. Jetzt muss die Stadt alles daransetzen, die Besch\u00e4ftigten nicht im Stich zu lassen. Es braucht schnelle und unb\u00fcrokratische L\u00f6sungen, um Perspektiven zu schaffen \u2013 sei es durch Qualifizierungsangebote, die Vermittlung in neue Besch\u00e4ftigung oder die Entwicklung tragf\u00e4higer Nachnutzungskonzepte f\u00fcr das Werksgel\u00e4nde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders gravierend ist aus Sicht der Gr\u00fcnen der Verlust eines technologisch zukunftsweisenden Projekts: Seit M\u00e4rz 2025 wurde am Standort ein Pilotprojekt zum Einsatz wasserstoffreichen Kokereigases zur Befeuerung von Glasschmelzwannen umgesetzt. F\u00fcr Verallia ist dieses Energiegas mit rund 60 Prozent Wasserstoff ein zentraler Baustein zur Reduktion der CO\u2082-Emissionen um 46 Prozent bis 2030 gegen\u00fcber 2019. Sandra Schumacher, Co-Fraktionsvorsitzende der Gr\u00fcnen Ratsfraktion, betont: \u201eHier wird nicht irgendein Werk geschlossen, sondern ein Standort mit Modellcharakter f\u00fcr klimafreundliche Industrieproduktion. Die erfolgreiche Nutzung wasserstoffreicher Energietr\u00e4ger zeigt, dass klimaneutrale Glasproduktion m\u00f6glich ist. Mit der Schlie\u00dfung verliert Essen industrielle Innovationskraft \u2013 mitten in der Transformation.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verallia ist europ\u00e4ischer Marktf\u00fchrer und weltweit drittgr\u00f6\u00dfter Hersteller von Glasverpackungen f\u00fcr Getr\u00e4nke und Lebensmittel. Dass ein Konzern dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung einen innovativen Standort im Ruhrgebiet aufgibt, wirft grunds\u00e4tzliche Fragen zur strategischen Ausrichtung und zur Verantwortung gegen\u00fcber den Besch\u00e4ftigten auf. Auch die Stadtspitze muss erkl\u00e4ren, welche industriepolitische Perspektive sie f\u00fcr Essen verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem versch\u00e4rft eine bedenkliche Marktverschiebung die Lage: Der massive Boom von Getr\u00e4nkedosen setzt die Glasindustrie zus\u00e4tzlich unter Druck. Nach Angaben der Deutsche Umwelthilfe ist das Verkaufsvolumen alkoholfreier Getr\u00e4nke in Dosen in den vergangenen f\u00fcnf Jahren um rund 47 Prozent gestiegen; j\u00e4hrlich werden inzwischen etwa 5,3 Milliarden Dosen verkauft. Trotz Recycling geh\u00f6ren Dosen weiterhin zu den klimasch\u00e4dlichsten Getr\u00e4nkeverpackungen \u2013 mit hohem Energieeinsatz, erheblichem Neumaterialanteil, Kunststoffbeschichtungen und Materialverlusten im Recycling.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Boom der Einwegdose ist \u00f6kologisch ein R\u00fcckschritt und industriepolitisch fatal\u201c, so&nbsp;Sandra Schumacher. W\u00e4hrend Mehrwegglas regionale Arbeitspl\u00e4tze sichert und Wertsch\u00f6pfung vor Ort schafft, f\u00f6rdern Einwegverpackungen Ressourcenverschwendung und Abh\u00e4ngigkeit von Rohstoffimporten. Wer Klima- und Strukturpolitik ernst nimmt, muss Mehrweg konsequent st\u00e4rken \u2013 durch eine wirksame Einwegabgabe auf Dosen und Einwegplastikflaschen und notfalls auch durch eine kommunale Verpackungssteuer. Eine solche Initiative werden wir f\u00fcr Essen auf den Weg bringen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abschlie\u00dfend kritisiert Schumacher die energiepolitischen Rahmenbedingungen auf Bundesebene: \u201eDie aktuelle Bundesregierung sendet widerspr\u00fcchliche Signale an energieintensive Unternehmen. Statt klarer Investitionsanreize erleben wir Unsicherheit. Wer industriellen Strukturwandel will, muss Verl\u00e4sslichkeit schaffen \u2013 sonst werden Standorte wie Essen weiter unter Druck geraten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die geplante Stilllegung des Verallia Deutschland AG-Glaswerks in Essen-Karnap trifft die Stadt und ihre Besch\u00e4ftigten aus heiterem Himmel. Wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab, soll der traditionsreiche Standort mit rund 310 Mitarbeitenden geschlossen werden. 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